Dienstag, 17. Oktober 2017

Herz...

Auf meinem heutigen "Flow" Kalenderblättchen,
die ich von meiner Freundin geschenkt bekommen habe,
steht geschrieben:
 
"Es ist ganz einfach:
wenn Du deine Hände auf dein Herz legst,
fühlst Du Dich unterstützt.
Es ist eine liebe Geste,
mit der Du Dir selbst Wärme spenden kannst."
 
 
 
So lustig -
in Gedanken sehe ich nun Menschen vor dem PC sitzen,
die sich ihre Hände auf das Herz legen.
Mal ehrlich?
Gehörst Du dazu und hast es ausprobiert.
Ich gestehe - ich habe es sofort gemacht.
*hahahaha*
 
Auch wenn es nicht so sein sollte,
das diese Handlung ein Wärme Gefühl auslösen wird,
so finde ich alleine den Gedanken schön.
Auch etwas tröstlich,
dass man vielleicht an nicht so guten Tagen,
sich selbst angenehme Unterstützung geben kann.
Und so etwas Stabilisierung in sein Seelenleben bringen kann.
Denn bestimmt klappt es dann!
hihihihi*


Montag, 16. Oktober 2017

Nichts...

"Jedenfalls ist es besser,
ein eckiges Etwas zu sein,
als ein rundes Nichts."
 
- Christian Friedrich Hebel -
 
 
Da träumen wir doch immer von einem harmonischen
und reibungsfreien Zusammenleben.
Doch wenn ich ein Rückblick wage,
so habe ich mehr von
oder durch,
 Personen mit Ecken und Kanten gelernt,
als von den fortwährenden "Ja Sagenden"
 - den Angepassten.
Und sei es auch nur...
"Wie ich es nicht tun oder halten möchte."
 
So müsste ich doch wirklich für jede sich,
ich nenne das nun salopp  "reibende",
Begegnung dankbar sein.
Menschen die auch mal "Tacheles" sprechen.
Sich nicht scheuen ihre Ansicht zu formulieren.
Zu Dingen zu stehen die bei anderen ein Kopfschütteln auslösen.
Mutig, draufgängerisch und manchmal auch stur ihre Ziele verfolgen.
 
Verrückt an solche erinnere ich mich eher,
im Gegensatz zu den "Softies".
Nehme ich diese Aufeinander Treffen als Spiegel
und frage mich:
"Was will mir diese Begegnung sagen?
Was kann ich daraus ziehen
oder bin ich vielleicht im Ansatz ähnlich gestrickt?
Falls ja warum?
Was verfolge ich damit?
Oder ist das ein altes Muster - aus dem ich mich befreien sollte?"
Dann bin ich einen grossen Schritt weiter
und finde zum Teil ganz tolle Erklärungen.
Erklärungen die mich in meinem Sein weiterbringen.
Apropos! Bin überzeugt,
dass es dabei kein Alterslimit gibt.
Eine Selbstreflektion ist bis ins hohe Alter wertvoll.
 
Solche Kantigen Begegnungen,
 vergleiche ich mit einem Streichholz,
welches auch Reibung braucht
um Flammen zu schlagen.
Dann etwas entfacht werden kann.
 
Wie langweilig wäre unsere Welt,
wenn wir alle nur aus rundem Nichts bestehen würden,
oder umgekehrt alle nur als kantigen Etwas.
Ich weiss heute,
dass es Eckiges wie Rundes braucht
um die Welt am laufen zu halten.
Um die Welt am Leben zu erhalten.

Sonntag, 15. Oktober 2017

Sichtweise...

"Jedes Ding hat drei Seiten:
Eine die Du siehst.
Eine die ich sehe.
Und eine,
die wir beide nicht sehen.
 
- Chinesische Weisheit -
 


Samstag, 14. Oktober 2017

Gelauscht...

Hast Du schon einmal Pflanzen belauscht?
Sie haben so einiges zu sagen und zu erzählen,
hier stelle ich Dir einige von ihnen vor.
 
Frau Knoblauch:
"Man sagt mir eine gewisse Ähnlichkeit mit Frau Antje aus Holland nach.
Aber das ist totaler Käse."
 
 Uch! nun war der Regenschauer Duschkopf zu krass eingestellt.
Schwupps trage ich nun die Punkte im Gesicht. 
 
Grashalm: "ich bin in Wirklichkeit eine Tautropfen Halterung.
damit diese Talentierten,
die Welt einfach Kopf stehen lassen können.

 Fuchsien Knospe zu Blüte:
"Wie ist es eigentlich wenn man sich endlich so richtig entfalten kann.
Blüte: "Ach! (seufzt) Manchmal bläst der Wind ganz gehörig unters Röckchen."
 "Ach Frau Rose, sie kleiden sich ganz im Trend der Herbstfarben"
Frau Rose etwas zickig zischt...
"Papperlapapp Herbstfarben - ich mach in Romantik." 
 
 
"Da gab ich mir solche Mühe wie ein Röschen auszusehen
und trotzdem grüssen mich alle mit...
Hallo Frau Geranie."

Kein Zumba, Lambada oder Tango...
wir tanzen im Walzer Takt wenn unbeobachtet.
 

 
"Kein Anstand - tststs - so zu gucken
und dabei komme ich grade aus der Dusche.
Wo ist der Föhn bitte?"
 

 
"Angefressen?
Ne das trägt man jetzt so.
So ist man im Trend und jeder erkennt,
das man damit einzigartig ist."

Freitag, 13. Oktober 2017

Jessie (Teil 2)

Nehme an,
dass vielleicht der eine
oder andere Leser/In nicht ein wirklicher Katzenfan ist.
Doch ich versichere Dir,
 Jessie hätte auch dein Herz gestohlen.
Es sei denn du stehst auf Optik,
sprich schöne Katzen.
Denn auch wenn sie für mich die schönste Mieze war,
gab es Menschen in meinem Umfeld,
 die behaupteten Jesseli sei hässlich.
 
Eine Freundin traute sich das sogar auszusprechen.
Sogar - SO HÄSSLICH! hat sie gesagt
uiuiui!
Du kennst die Mütter die ihre Kinder,
egal was sie angestellt haben,
bis aufs Blut verteidigen?
 
"Du bist auch nicht die Schönste
und man mag dich trotzdem."
War mein Satz,
 der wie aus der Kanone geschossen rausschoss.
ups!
Mein Problem - in solchen Momenten sage ich immer was ich denke.
Oft auch heute noch.
Mmmmmmhhhh - vielleicht doch etwas angemessener.
So im ü50 Modus...
weichgespülter...
hahahaha!
 
Doch diese Freundin hatte voll mein Jesseli Nerv getroffen.
Keine Sorge,
es war eine echte Freundin.
Das bewies mir ihre Reaktion:
"Wo du recht hast,
 hast du recht - Sorry!"
Der Kontakt brach erst viele Jahre später ab
und Jessie war nicht der Grund.
Sondern ein Amerikaner in Canada.
hahahahahahaha
 
 
Mein Kater war die Tapsigkeit in Person.
Oder besser gesagt im Fellkostüm.
Wollte sie sich elegant
und unauffällig zwischen den Blumentöpfen auf dem Fenstersims bewegen,
wusste wohl das Vorderteil was es tat,
doch das Hinterteil war nicht unter Kontrolle.
Du kannst dir vorstellen,
 dass damit des Öfteren wischen und putzen angesagt war.
Sie liebte es sich zu sonnen
und wollte sich überall dazwischen quetschen,
 wo ein Strahl zu erhaschen war.
Nicht wissend welche Proportionen ihr Erscheinungsbild aufwies.
hahahaha!
Jessie glaubte Zeitlebens sie sei klein und fein
und nicht ein stattlicher moppeliger Kater.
So war sie auch mein "Biebeli" (Bube in Kleinform)
 
Da war Missie ganz anders.
Sie ein kleine feine Tigerdame,
die zur Unterhaltung für Jessie adoptiert wurde.
War eine - ich sag mal - echte Katze.
Sie verstanden sich trotzdem prächtig.
Doch vor andern Katzen hatte Jessie die Hosen voll.
Während Missie von zickig bis sozial
das Ganze Miezenspektrum draussen auslebte. 
 
Komisch!
Was man von den Haustieren so alles in Kauf nimmt.
Das erstaunt mich immer wieder.
Bei einem Kind hätte man bestimmt den Finger gehoben.
(Bildlich gesprochen)
Bei Jessie fand ich so vieles ohne Punkt süss.
Mal ehrlich Leute,
Jesseli konnte ja wirklich nichts dafür,
es hatte ihr echt das Katzenmama Vorbild in der Jugend gefehlt.
Stattdessen landete sie bei einer Zweibeinerin,
selbst noch in der Findungsphase
und unfertig...
...vieles noch easy sehend,
weil sonst überfordert
hahahaha
 
Sie - der Kater,
 war in manchen Belangen wie ein verkleidetes Menschlein.
Ohne sie Vermenschlichen zu wollen.
Schon alleine ihr Blick...
hihihihi
 
Essen war und blieb Zeitlebens seine grosse Leidenschaft.
Als wir eines abends noch kurz weg mussten,
 legte ich davor 2 grosse Entrecotes zum Auftauen raus.
In der Höhe - und unerreichbar, so glaubte ich.
Das Bild das sich uns bot,
als wir nach Hause kamen werde ich nie vergessen.
Auf dem Küchentisch auf der Seite liegend,
zwei Katzen.
Eine weisse, grosse, dicke
und eine kleine, feine getigerte.
Sie bewegten sich nicht mehr.
Sahen aus wie tot.
Ihre Bäuche mega prall.
Wie Menschen nach einem grösseren Alkoholgenuss,
schliefen sie ihren Fleischrausch aus.
hahahaha!
Irgendwo lagen Teile eines angefressenes Gefriersäcken.
Ich glaube Jessie hat bestimmt auch Teile des Plastik gemampft.
So nach dem Moto:
"es lässt sich schlucken,
ergo auch verdauen."
hahahaha!
"Ihre Bäuche sind sooooo dick!"
schrie ich lachend
"Die können sich ja gar nicht mehr bewegen."
So war es auch!
Und weiss du was?
Wir waren nicht böse.
Hätte mir ein Mensch die Fleisch Ration weggefuttert....
und erst noch so teure Entrecotes...
da wären wir nie so cool geblieben.
Stattdessen sagten wir uns:
"dann gibt es halt Spaghetti Bolo" (Bolognese)
und lachten weiter über die Situationskomik.
 
Apropos!
Keine der Katzen sah man irgendwann sonst auf dem Küchentisch.
Sie waren alle - durchs Band wohl erzogen.
Es sei den....
Wenn die Katze aus dem Haus,
tanzen die Mäuse auf dem Tisch.
Oder umgekehrt.
Das war mir spätestens nach dieser Episode klar.
 
Jessie war sehr, sehr, sehr anhänglich.
Nicht die Art, dass sie immer gestreichelt werden wollte.
Ne - sie war wie mein Schatten der nicht dauernd angefasst werden musste.
"Dabei sein ist alles" war ihr Motto
Ganz selten lag sie alleine draussen auf dem Balkon auf dem Sims
und sonnte sich.
Falls ja - dann immer so, dass sie mich jederzeit sehen konnte.
Wäre ein Ehemann so,
man hätte ihn zum Teufel geschickt.
hahahaha!
Doch bei Jessie weckte dieses Verhalten einen Beschützer Instinkt in mir.
So auch wenn sie Angst vor Vögel hatte,
welche neben ihr,
 Katzenhaare auf dem Balkon aus dem Rasenteppich zupften.
Jessie machte dann ein "Mama hilf " Gesichtchen,
blieb wie erstarrt, um dann...
wenn der Vogel weg war,
wie ein Blitz mit eingezogenem Hinterteil,
ins Wohnzimmer zu düsen.
hahahaha!
Musste sich dann,
 mit einer ausgiebigen Schlafrunde erholen.
Sie legte sich nie,
wie andere Katzen auf meine Zeitung beim lesen,
oder packte meinen Stift, Stricknadel oder Lineal,
wenn sie von mir in Gebrauch waren.
Doch war sie immer neben mir.
Eine anständige Katze halt.
 
Sie ging selten über die kurze Katzenleiter nach draussen.
(wohnten Hochparterre)
Obwohl dort für jede Katze das Paradies gewesen wäre.
Bäume, Gebüsch, Gras
und ein Sandkasten.
Doch ihr Geschäft verrichtete sie immer im Katzenklo zu Hause,
oder daneben...aber nicht draussen.
 
Missie hingegen war Stundenlang weg.
kam sie nach Hause,
 wirkte es immer so,
 als würde Jessie ein Stein vom Herzchen fallen.
"Gut bist du wieder aus der grossen, bösen Welt zurück."
hahahaha
 
War Jessie mal weg,
war es immer nur für kurz.
rief ich ihren Namen einmal
und dann hörte ich sie aus dem nahen Gebüsch
oder von, unter dem Balkon antworten.
hahaha!
Sie kam dann in einem Tempo nach Hause
und begrüsste mich als sei sie auf Weltreise gewesen. 
 
Jessie wurde wie erwähnt 12 Jahre alt.
Bestimmt gäbe es noch vieles zu erzählen.
Missis Leben war auch ohne Jessie in Ordnung.
Da sie auch vorher nur alleine unterwegs war.
Es kamen noch einige Katzen nach Jessie und Missie,
doch jede bringt ihre Eigenheiten mit.
Und mit jedem Wesen lernt man dazu.
Wenn man dann will.
Es ist schon verrückt,
 was so ein Katzenseelchen für Abdrücke auf unseren Herzen hinterlässt.
Solche die wie tätowiert nicht wegradierbar sind.
Was ich auch niemals möchte.
Denn es sind so wertvolle Erinnerungen.
Auch wenn sie manchmal etwas traurig machen.
Und manchmal wird plötzlich etwas das immer ein bisschen störte nicht mehr schlimm.
Im Gegenteil,
die weissen Katzenhaare,
 welche trotz meinem damaligen Putzfimmels,
 immer wieder an unseren Kleidern hingen,
im Sofa steckten oder auf dem Teppich zu sehen waren,
wurden nach ihrem Weggang wie kleine Schätze.
Vor allem als sie immer weniger wurden,
bis sie eines Tages nirgendwo mehr aufzufinden waren.
 
Nun atme ich mal kurz durch
uffffff!
höre wie mein Hund friedlich atmend schläft.
Freue mich an dem was ist.
Das wir nun lange Haare an unseren Socken
und Strickjacken finden.
Was manchmal auch stört...
doch im Moment des Bewusstmachens wie Vergänglich alles ist,
ein Einhornpups im Weltall darstellt.
*hihihihi*
Geniessen wir die Zeit mit diesem Herzchen,
 mir viel Fell drum rum
und Jesseli winke ich im Andersland kurz zu.
 
 
 


Donnerstag, 12. Oktober 2017

Jessie (Teil 1)

Als ich die Türe öffnete,
 stand ein kleiner schmächtiger Mann vor mir,
dessen Gesicht irgendwie verweint schien.
Die Augen aufgequollen und rot,
die Nase etwas dick wie bei einem Schnupfen
und als er sprach hörte es sich auch so an.
 
Es dauerte etwas bis ich im dämmerigen Flur,
den Bekannten meines neuen Partner erkannte.
Auch fiel mir erst jetzt auf,
dass seine Jacke auf Brusthöhe ziemlich ausgebeult war.
Doch bevor ich etwas sagen konnte,
griff er zum Reissverschluss,
sagte mit einem Schnupfenton:
"Ich habe wertvolle Fracht von deinem Schatz für dich.
kann ich rein kommen."
 
Es war schon alles ein wenig suspekt.
Trotzdem liess ich ihn rein,
da wieder einmal die Neugierde obsiegte.
Drinnen sagte ich:
"Du gehörst aber ins Bett,
so wie du drauf bist.
Soll ich Dir einen Tee machen."
 
Ne ne - näselte er...
Wenn ich das Paket abgeliefert habe,
wird alles besser.
Nun öffnete er seinen Anorak,
griff hinein und zog ein weisses Pelziges Ding hervor.
 
Das war meine erste Begegnung mit Jessie.
Jessie miaute -
noch in der Tonlage,
 wie es kleine Katzen tun wenn sie nach Mama schreien.
Der Bekannte sagte:
"Ich bin Katzenhaarallergiker -
aber ich schuldete deinem Schatz noch einen Gefallen
und so habe ich im Auftrag von ihm,
dir diese Katze aus dem Elsass besorgt.
Ich musste sie über die Grenze schmuggeln.
Deshalb diese Art des Transportes."
Wir grinsten und der Katzenschmuggler nieste.
Nicht das letzte Mal,
 bis er dann einige Zeit später meine Wohnung verliess.
"Das hat sich ja mal gelohnt,
wenn ich deine Freude sehe,
obwohl ich mir geschworen habe...
das mache ich nie wieder."
Seine Abschiedsworte.
Wir lachten abermals.
 
Kaum zu glauben.
Nun war ich grade mal knappe 20
und seit einigen Jahren Katzenlos,
was mich manchmal schon etwas traurig machte.
War meine Kindheit mit Stubentigern begleitet.
Und nun -
Jessie sollte sie heissen,
das kleine Ding,
das schmächtig und klein auf einer Hand
(Frauenhand notabene) Platz fand.
Schnell hatte ich das Nötige für Jessie besorgt.
Unteranderem eine spezielle Milch,
da das Kätzchen noch nicht entwöhnt schien.
Ich schätzte es auf etwa 6 Wochen.
 
Immer im Glauben es sei eine Kätzin,
was sich später als ein Irrtum herausstellte.
Bestimmt war der Kleine,
 Es war offensichtlich,
 dass der Kleine zu früh von seiner Mama weggekommen war.
Das zeigte sich daran,
das er an allen Möglichen Stellen zu nuckeln begann.
Besonders wenn er müde war.
War kein passender Teppich, Flauschekissen
oder Sitzfell parat,
nuckelte er genüsslich an seiner eigenen Pfote.
Im übrigen bis zu seinem Ableben mit 12 Jahren.
 
Ja - Ja!
Jessie hatte viele Eigenheiten.
Hochsensibel -
das sagt man von Katzen
und Hunden mit viel Weissanteil im Fell nach.
So erwies es sich auch bei Jessie zu 100%.
Zum Glück war sie nicht taub.
Auch eine Weissanteil Eigenschaft,
doch dafür hatte sie einen Augenfehler.
In ihrer Iris waren Gebilde zu sehen,
welche 2 kleinen dünnen Würmern glichen.
Durch diese immer wieder mal irritiert,
glaubte Jessie etwas zum fangen zu sehen.
Aus dem nichts sprang sie zum Beispiel an die Wand.
Versuchte dort das zu erhaschen was in ihrem Auge fehlplatziert.
So machte sie auch 2 mal Sturzflüge über den Balkon.
Einmal 3 Stock,
einmal von der 2. Etage. (zum Glück ging das glimpflich ab)
 
Jessie sollte als kleines Trostpflaster dienen,
den Schatz wurde kurz nach unserem kennenlernen,
 in die Rekrutenschule einberufen. 
Danach ging es im Militär weiter.
Viele Wochen und Monate alleine.
Jammerte ich...
und damit kam Jesseli (wie ich sie nannte)
als Vierbeiniges Trösterchen.
 
Diese Geschichte hatte aber auch eine Kehrseite.
Jessie total auf mich fixiert,
total verschmust und mein Sternchen,
fand es nicht wirklich toll wenn Schatz an den Wochenenden nach Hause kam.
Schliesslich sollte kein Eindringling in unserer "Unter der Woche Zweisamkeit" Platz finden.
Wie grault man den Konkurrenten aus dem Bett...
Na, man pinkelt mal kurz aber effektiv auf sein Kopfkissen.
Oder das Deckbett.
Damit war für einige Turbulenz am Wochenende gesorgt
und das jeden Samstag auf Sonntag aufs Neue.
 
Jessie liess keine Gelegenheit aus sich ins Schlafzimmer zu schleichen.
Um dort mit ihrer "Masche" den Unmut zu zeigen.
War die Türe definitiv geschlossen,
markierte sie kurzerhand auf Teppich oder Kleider.
Ich kann euch sagen,
so lernt man Ordnung halten.
Ist aber auch ganz schön anstrengend,
immer darauf achten zu müssen.
 
Irgendwann als dann Schatz endlich vom Militär entlassen
und ein gemeinsames wohnen möglich war.
Erledigte sich dieses Thema von selbst.
Jessie arangierte sich mit Schatz
und wurde auch sein Schmusekater.
 
Doch Jessie wäre nicht Jessie,
wenn ab hier alles glatt gelaufen wäre.
Jesseli -
wie ich sie nannte...
obwohl es mittlerweile ein stattlicher Kater war,
mutierte zum Fressmonster.
Der Kater forderte andauernd Futter.
Am liebsten morgens zwischen 3 und 5.
Es wurde in "Simon the Cat" Manier auf uns rumgetrampelt,
gemiaut, das Gesicht und die Haare geleckt,
so lange bis ich aufstand und ihr etwas zum Futtern gab.
 
Liebe Leute - Ich weiss....
Heute würde ich das nie mehr wieder tun.
Doch der arme Jesseli...
hahahaha!
 
Irgendwann wurde der Kater aus dem Schlafzimmer verbannt.
Da hatte der Wirt die Rechnung ohne den Gast gemacht.
Jessie nicht dumm sprang an den Türöffner.
Wenn zu Beginn von 5 Sprüngen 4 erfolgreich waren,
um danach voller Stolz aufs Bett zu hüpfen
und das Futter in alter Manier zu fordern,
wurde es im Laufe der Jahre
und mit zunehmendem Übergewicht
von 5 Sprüngen noch max. ein Jackpot.
 
Es kann alles noch schlimmer kommen als es schon ist.
Sag ich sonst nie - doch hier bleibt mir fast nichts übrig.
"Ich will endlich mal ausschlafen."
Sagte ich -
bestimmt mir Augenringen bis zu den Knien
 - meinem Schatz.
"Ok - ich hab da ne Idee"
Meinte Schatz - der mit einem tiefen Schlaf gesegnet
und von dem Ganzen einen Bruchteil mitbekam.
Er - Schatz - holte Werkzeug
und montierte den Türgriff verkehrt rum wieder an.
Das ohne an die Hartnäckigkeit von Jesseli zu glauben.
 
Obwohl nun stolze 12 Kilo
(auch hier weiss ich liebe Leute...
auch das,
 würde mir und Jessie heute nicht mehr passieren
Doch ich war 20 und unerfahren mit solchen Mönsterchen
Haaaallooooooo)
sprang Jessie Nacht für Nacht an die Türe,
in der Hoffnung das sich diese öffnen würde.
Sie war der Meister Jumper schlechthin.
Und wir...
Wir riefen immer wieder mal genervt
und oft im Duett
Jessiiiiiiieeeeee!
(auch das tun wir nie mehr wieder
und das nicht weil es die Katze nicht mehr gibt
hahahaha!)
Später lernten wir durch die Hundeausbildung,
Alles was beachtet wird festigt sich.
Ok!
Punkt!
 
Wie es mit Jessie und uns weiter ging?
Falls interessiert...
morgen geht es weiter.
Fortsetzung folgt.
 
Das ist Jessie -
vielleicht nicht unerheblich,
 die Namensgleichheit mit dem berühmten Revolverhelden
aus dem wilden Westen.
hahahahaa!
Obwohl damals niemand eine Verknüpfung herstellte.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Mittwoch, 11. Oktober 2017

Gepflastert...

"Die Normalität ist eine gepflasterte Strasse;
man kann gut darauf gehen,
doch es wachsen keine Blumen auf ihr.
 
-Vincent van Gogh -
 
 


Dienstag, 10. Oktober 2017

Zurücknehmend...

"Je stiller Du bist,
umso mehr kannst Du hören."
 
- Chinesische Weisheit -
 
 
Man muss nicht laut,
um besonders zu sein.
Schrill um aufzufallen.
Oder etwas Aussergewöhnliches veranstalten,
 um zu wirken.
 
Das fiel mir auf
und vielleicht auch Dir?
 
Schau Dich mal um...
Es gibt Menschen die in sich ruhend,
gut und angenehm wirken.
Deren Gesellschaft man sucht,
weil sie so geerdet rüber kommen.
 
Es gibt Menschen,
Deren Ausstrahlung,
 wie die einer grossen Sonnenblumen,
leuchtend gelb, wirkt.
Ohne bunte Kleider zu tragen.
 
Menschen die sich leise durchs Leben bewegen
und trotzdem,
ohne etwas Aussergewöhnliches zu tun,
eine Aussagekraft besitzen,
welche alle lauten Menschen in den Schatten stellen.
 
Es gibt Menschen die sehr glücklich wirken.
Ihr Gesicht zufrieden in die Welt blickt.
Weil sie mit dem glücklich,
was sie besitzen
und nicht nach mehr und mehr und mehr streben.
 
Sich zurücknehmen,
 heisst nicht unsichtbar zu werden.
Sich zurücknehmen,
zeigt Stärke und Selbstwert.
Sich zurück nehmen,
öffnet neue Türen.
Sich zurücknehmen,
 ist mindestens 1000 mal weniger anstrengend,
als stets im Mittelpunkt der Welt stehen zu wollen.

Montag, 9. Oktober 2017

Gläser....

"Waaaas?"
Rief meine  erwachsene Nichte voller entsetzen.
"Das ist ja nicht normal."
 
Wir Beide sassen am Küchentisch
 und schmökerten gemeinsam in einen Katalog,
 welcher Haushaltswaren Artikel in super Qualität vertrieb.
Doch wie heisst es so schön?
Qualität hat ihren Preis
und erst recht wenn diese aus kleinen Manufakturen,
 aus halb Europa zusammen gesammelt
und verkauft werden.
 
Ich liebe diesen Katalog.
Auch wenn ich mir darin einen Bruchteil leisten kann und will.
Alleine das angucken der schönen Dinge aus diesem dicken Schmöker,
gibt meinen Herz einige Streicheleinheiten.
"Man muss auch nicht alles haben."
entgegnete ich meiner Nichte,
welche sich schwer von den hohen Preisen erholte.
 
"Ja - schon."
sagte sie
"Aber manchmal möchte ich schon auch so was haben."
und zeigte auf ein Gläserset (6 Stk.) die ihr gefielen.
"Aber guck dir diesen Preis an.
Ich mit meinem Azubi Lohn."
Meinte sie sichtlich gefrustet.
 
Ich konnte ganz gut nachvollziehen wie es ihr erging.
"Dann setze es auf deine Weihnachtswunschliste,
wenn deine Oma und Papa danach fragen."
sagte ich lächelnd.
Sie lächelte zurück.
 
"Oder du machst es anders"
ich sah das sie auf meine Idee gespannt wartete.
"Also---
Das geht nämlich auch so."
Sagte ich aus Erfahrung sprechend.
 
Und erzählte ihr...
Als ich in der Lehre war,
 hatte ich eine unterirdisch und unglaublich schlechte Bezahlung.
Ich erhielt Wochenlohn - keinen Monatslohn.
Das machte es nicht besser...
er war so mies.
 
Dazu kam - das ich seit ich 17 war alleine wohnte.
Meine Eltern zahlten mir die sehr bescheidene Dachwohnung
 ohne Badezimmer nur mit WC und Lavabo.
Da war halt hat Katzenwäsche angesagt.
Meine Nichte rümpfte die Nase und machte grosse Augen.
"Waaaaas! das möchte ich nie"
Ich:
"Also erstens war ich froh alleine zu wohnen
und sauber kannst du auch mit dieser Variante sein.
Es hat mir zumindest niemals wer gesagt ich würde stinken
und ich hatte zwischendurch sogar mal einen oder 2 Freunde.
Und keiner von denen hat mich wegen Unsauberkeit verlassen."
Wir lachten
 
Nun war ich wohl von zu Hause ausgezogen,
doch alles was ich besass kam von zu Hause.
Ich wurde irgendwie mein Elternhaus nicht los.
Zu Mal ich ja nichts Schönes und Neues an Bettwäsche,
oder Geschirr mein eigen nennen konnte.
Es war alles schön Jahrelang bei meinen Eltern im Gebrauch gewesen.
 
Da entdeckte ich in einem Kaufhaus,
in dem ich oft meine Mittagspause verbrachte,
ein Kaffee- & Dessertservice.
Rot mit weissen Punkten.
ES WAR SO SCHÖÖÖÖÖÖN!
 
Meine Nichte lachte,
weil es bestimmt so gar nicht ihrem Geschmack entsprochen hätte
und ich davon schwärmte als sei es das schönste Service der Welt.
Das war es auch!
Für mich.
 
"Phase 1"
Ich machte beim erwähnen dieses Satzes grosse Augen...
"Gaaaaanz wichtig!
Frag immer danach,
wie lange der jeweilige Wunsch Artikel im Sortiment bleibt."
 
Meine Nicht horchte gespannt zu und sagte:
"okeyyyy" 
 
"Phase 2
kontrolliere dein Budget und rechne aus wie du das finanzieren kannst.
Ohne..."
und dabei wurde ich sehr eindringlich
"Du Freunde oder Familie um Geld anpumpst,
oder einen Ratenkauf tätigst."
 
Als diese Punkte geklärt waren,
So erzählte ich ihr weiter...
Stand für mich fest,
Ich kann mir dieses Service leisten.
Nämlich dann,
 wenn ich von meiner Wochenauszahlung durch meinen Chefin,
jedes Mal eine Tasse und ein Unterteller kaufe.
Meine Nichte stöhnte:
"Das dauert aber viel zu lang.
Das sind ja 6 Wochen für den einen Teil
und 6 Wochen für die Kuchenteller"
 
"Ja - also bei diesem Projekt gibt es keine Abkürzung.
Es sei denn du arbeitest nach Feierabend.
So wie ich das hin und wieder gemacht habe."
 
Ich erzählte ihr wie ich eine Schere und einen Kamm,
so wie einen kleinen Spiegel in der Handtasche,
 mit in die Disco nahm.
Dort schnitt oder frisierte ich dann,
 auf Anfrage in der Toilette,
 meinen Freunden
 und Bekannten die Haare.
(Meine Nichte lachte wieder)
Natürlich standen die nicht zu Hauf an.
Doch es sprach sich rum
und so hatte ich nebst dem Tanzvergnügen,
auch hin und wieder einen Kunden oder Kundin.
Ergo ein bisschen Taschengeld.
Meine Nichte lachte erneut:
"Wie du drauf warst,
das könnte ich nie."
 
"Ich meine ja auch nicht das du Haare schneiden musst,
doch vielleicht findest du was anderes...."
ich überlegte
"Für Freunde die Samstags Frühstücksbrötchen backen z.B.
Du als ehemalige Bäckerin."
Wir lachten wieder
"Oder Geburtstagstorten herstellen...
mmmmmhhhh!"
 
Also wie dem auch sei...
Nach einigen Wochen hatte ich das Service beisammen.
Und es war unendlich viele Jahre in Gebrauch.
Bis dann auch das letzte Teil entsorgt werden musste,
weil es nicht mehr so toll aussah.
Abgeschlagene Ränder und so...
 
Es wurde aber das Wertvollste Geschirr,
Dank dieser Besorgungsgeschichte.
Später machte ich das selbe mit Frottee Wäsche,
Bettwäsche und anderen Dingen.
So musste ich mich nicht immer mit dem billigen Ramsch zufrieden geben,
sondern konnte mir auch mal was Qualitativ Wertvolleres erwerben.
Halt einfach in Etappen.
 
Was nun meine Nichte aus ihrem Gläserwunsch macht,
weiss ich nicht.
Doch eines ist sicher,
man kommt auch in kleinen Schritten zum Ziel.
Manchmal zu einem Ziel das man sich nie erträumt hätte.

Sonntag, 8. Oktober 2017

Wert...

" Durch das Normale hat die Welt Bestand,
durch das Aussergewöhnliche bekommt sie ihren Wert."
 
- Baruch de Spinoza -
 


Erstaunlich!
Mit meinem Macro Handy Aufsatz,
 tauche ich in eine völlig fremde Welt ein.
Eine Welt die jedoch für meine Hauptakteure,
welche ich entdecke,
eine ganz normale ist.
Es sei denn sie finden die Gestalt
mit dem rechteckigen Ding auch speziell.
So wie ich nun alle Käfer, Fliegen und andere Artgenossen,
nun aus der neuen Perspektive plötzlich auch speziell finde.
 
 
Also wenn ich mich jetzt recht besinne,
schaute das eine oder andere Dingelchen,
mit den mir nun erkennbaren Äugelchen,
schon etwas erstaunt entgegen.
In seinem Blick stand geschrieben:
"schon etwas Aussergewöhnlich,
 dieses riesige Schattenwesen"
 
hahahahaha!